Dienstag, 8. Februar 2011

Баренцбург

Für den ersten langen Schneemobil Trip haben wir uns gerade den kältesten Tag ausgesucht: -33°.
Der ursprüngliche plan war eine Schneehöhle in der nähe von Barentsburg zu graben und dort zu übernachten. Aber es kam anders, wie so manches auf diesen Trip. Schon nach 20km brach ein Teil vom Schlitten, auf den wir unsere ganze Ausrüstung transportierten. Wir entschlossen uns den Schlitten einfach stehen zu lassen und eine Tagestour nach Barentsburg zu machen. Laut karte ist eine Strecke ca. 60km. Beim auswerten des GPS stellte sich dann aber heraus, dass es insgesamt doch 260km waren! {edit: stimmt doch nicht waren nur 132km, der track war aus irgendeinen grund doppelt} Das GPS stellte sich auch als sehr nützlich heraus, da für den weg nach Barentsburg die Strecke entlang der Küste wählten. Hier gibt es keine markierten Scooter-wege also navigierte ich uns durch das Labyrinth von Tälern mit Hilfe eines alten Tracks das auf dem GPS gespeichert war ,welches bei meinem Scooter dabei war.
Wir mussten aber doch immer wieder mal umkehren und einen anderen weg suchen, um die schmalen aber tiefen Täler welche die Flüsse in die Landschaft gegraben haben auszuweichen. Dabei blieb mein Scooter auch mal stecken. Zum Glück hatten wir schaufeln dabei, um ihn wieder auszugraben. Danach kann man mit genügend gas den Scooter wieder aus dem Loch katapultieren, hoffentlich.
Die Strecke hat es durchaus in sich; steile stufen inklusive. Für den Anfang durchaus ausreichend und so mussten wir noch öfters zur Schaufel greifen.
Nach über 3 stunden waren wir dann endlich in Barentsburg. Der russischen Siedlung die aussieht wie ich mir eine Stadt in Sibirien zu Zeiten des kalten Kriegs vorstelle. Mit Propaganda Bildern auf den Häuserwänden und Lenin-Statue.
Wir kehrten im Hotel ein, dem einzigen Wirtshaus weit und breit. Wo wir es nach einer halben stunde schafften eine Suppe zu bestellen. Nicht nur die Sprachbarriere stand zwischen uns und einen warmen Süppchen, auch die Bedienung, die uns mit stoischer ruhe in Frieden unser eigenes Essen in der Hotelbar verzehren ließ. Als wir dann am ende zu wenig Geld hatten, ließ sie das ebenso kalt. Was soll sie auch damit anfangen? Geschäfte gibt's ja keine...

Der weg zurück war nicht minder abenteuerlich. Da ich wieder voraus fuhr blieb ich auf einem schneeverwehten weg stecken und wir mussten eine ganze weile schaufeln. Wir wollten es eigentlich vermeiden übers Meereis zu fahren, aber an Land ging's nach wirklich weiter. Es war doch ein mulmiges Gefühl das erste mal auf Eis zu fahren.

Ich hatte Probleme mit meinen Helm, der andauern zufror und mir die Sicht versperrte. Also fuhr Stefan, mein Beifahrer weiter. Auf dem Rücksitz war es dann doch sehr kalt und meine Knie waren noch zwei Tage später etwas steif.

Ca. 30 km von unserem Schlitten entfernt zeigte mein scooter "low fuel" an. Eine Meldung die man nicht gerne sieht, zig Kilometer von der Zivilisation entfernt, und mitten in der dunkelsten Nacht. Aber wir erreichten nach einigen bangen noch den Schlitten mit den Reservekanister. Wo dann der scooter von Elina seine Geist auf gab. Er wollte nicht mehr anspringen. Nach einigen erfolglosen versuchen, lokalisierte wir das Problem. Eine schraube an der Batterie hatte sich gelöst.

So wurde aus dem gemütlichen Sonntagsausflug eine Lehrstunde in Scootertechnik und was man besser nicht machen los bei einer längen Fahrt auf Spitzbergen.



Jetzt kommt das Licht mit rasanter Geschwindigkeit zurück, und es wird von Tag zu Tag heller. Die Sonne geht erst in einer Woche am 15. auf aber es gibt einige stunden mit Abendstimmung.





Hier ist der Ausflug nach Barentsburg dargestellt auf einer Google Maps Karte.

Fotos auf Flickr von der Blue-Season. Fürs Fotografieren wars mir beim Ausflug dann doch etwas zu kalt, also gibt's leider keine Bilder von Barentsburg.